Was für ein Fußballabend – irgendwo zwischen Gala-Vorstellung und zwischenzeitlich hitziger Atmosphäre endete das Ganze mit einem souveränen 5:2.
Schon in den ersten Minuten wurde klar: Heute hat unsere Offensive richtig Lust. Der Ball lief wie frisch geölt durch die Reihen, während der Gegner noch damit beschäftigt war, die Schnürsenkel korrekt zu binden. Das 1:0 fiel folgerichtig – eine Kombination so schön, dass selbst der gegnerische Torwart kurz applaudieren wollte, tat er nicht und so bejubelten wir den Torschützen Dirk ohne gegnerische Unterstützung.
Wenige Augenblicke später folgte schon der nächste fußballerische Höhepunkt und wir kombinierten uns durch alles, was bei drei nicht auf dem Baum war. Maksimovic, Wroblewsky und Barreto hatten die Hoheit im zentralen Mittelfeld und bis auf den einen oder anderen langen Ball ins Seitenaus kam nichts gefährliches von der Elf des ehemaligen Bundesligaprofis Ivan Klasnic. Diesmal gönnte sich Sven den finalen Abschluss und sorgte für Jubel und Trubel.
Auch auf der Trainerbank staunte man nicht schlecht, was der kurzfristige Trainerwechsel – Meese sprang für den eigentlich als unverzichtbar geltenden Langen ein – bewirkte. Die Pille lief sicher durch unsere Reihen, selbst Matthiessen fiel nicht weiter mit technischen Herausforderungen auf und so genossen die zahlreichen Zuschauer ein Alte Herren Spiel auf hohem Niveau. Es folgten Treffer zum 3-0 und 4-0, wobei sich hier unser linker Zauberfuß (Sven W.) für einen starken Auftritt mit den Toren zwei und drei belohnte.
Einzige Wermutstropfen in der ersten Halbzeit war der Zusammenstoß zweier Giganten – Olli und Olli testeten nach freundlicher Hilfe des Gegners den Bodenbelag. Wroblewsky biss auf die Zähne und rappelte sich wieder auf, Olli Engl verzichtete auf weitere Versuche und bewunderte das weitere Spiel von der Bank aus. Das Gegentor zum 1:4 verbuchen wir unter der Kategorie unnötig und sollte nicht mehr zum Thema werden – auch Dank eines größtenteils souveränen Schulle war die Führung in der ersten Halbzeit nicht mehr in Gefahr.
In der Halbzeitpause gab es wenig zu besprechen und es wurde davor gewarnt, dass Croatia natürlich motiviert in die zweite Halbzeit starten wird. Es sollte kommen, wie es kommen sollte – die Selffulfilling Prophecy benötigte nur wenige Minuten in der zweiten Halbzeit. Ein Dampfhammer aus knapp 20 Metern schlug unhaltbar in der Ecke ein und so sollte es noch einmal etwas spannend werden.
Den Schlusspunkt setzte schließlich das 5:2 – ein Treffer, der so entspannt wirkte, als hätte man ihn schon in der Kabine geplant. Massoud mit einem 10er-Bällchen in die Spitze und ein gefühlvoller Heber sorgten für den Endstand. Danach war klar: Deckel drauf, drei Punkte eingetütet, und die Offensive hat heute mehr geliefert als ein Pizzabote am Samstagabend.
Fazit: Fünf Tore, zwei kleine Wackler, jede Menge Unterhaltung – und ein Spiel, das von einer starken mannschaftlichen Leistung und einem empathischen Trainer geprägt war. Am Mittwoch geht es weiter – dann freuen wir uns auf eines der vielen Heimspiele.
Schultz – Massoud, Fritzsche, Engl (Boesten + Leuffert), Schmidt – Matthiessen, Wroblewsky, Worthmann, Maksimovic – Barreto (Kovacevic), Dirk Ballandat (Ballandat, Dennis)