Schalke und SVHR/Rugenbergen siegen im Gleichschritt!
Es war wieder einmal soweit – die Fans und Sammler der „Apotheken-Rundschau“ trafen sich am Freitagabend im beschaulichen Barmbek zu einem weiteren Treffen unter der Rubrik „Überraschend geringe Anzahl an Zerrungen holen“.
Beim Treffpunkt freuten sich alle darüber, die Woche heil überstanden zu haben und auch das Trainingsspiel vom Mittwoch wurde noch einmal ausführlich diskutiert. Die Zeit zum Diskutieren ermöglichte Munzel, der die Bälle zum Aufwärmen nicht am Platz ablieferte – Inkasso Maksimovic notierte fleißig die Strafsumme. So war ausreichend Zeit für Dr. Gorski und seine spezielle Spielvorbereitung. Wie viel Salbe (ist es wirklich Salbe?) kriegt man auf einen Menschen? Ömer war so begeistert, dass er am wissenschaftlichen Experiment teilnahm und sichtlich die gemeinsame Zeit mit dem Doktor in der Dusche genoss.
Aber zurück zum Spiel – Wäschefrau Waschatz hatte wie immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und freute sich, dass der Trainerposten heute vom Autohändler des Jahres 1999 besetzt wurde. Coach Matthiessen kam selbstverständlich verspätet zum Treffpunkt – er brauch halt seinen Auftritt – und verkündete gleich die Startelf für den heutigen Kick auf gutem alten Hockeykunstrasen.
Capitano Wroblewski – schon auf der Hinfahrt aufgeregt wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal auf den Hamburger Dom geht – freute sich über 17 halbwegs gesunde und fitte Männer in ihrem bestem Alter an seiner Seite. Er schwörte die Seinen noch einmal auf den heutigen Gegner ein, warnte vor den langen Bällen und fragte sicherheitshalber noch einmal bei Physio Heiko nach, ob das Eisspray gut gekühlt parat liegt.
Von Beginn an war klar: Hier stehen Männer auf dem Platz, die mehr Fußball gesehen haben als so mancher Schiedsrichter – und das nicht nur auf dem Fernseher. Wobei auch hier sich wieder ein altes Sprichwort bewahrheitete – Regeln bestätigen die Ausnahmen. Coach Matthiessen vergaß, dass er nicht mehr zwanzig war (wobei in dem Alter ging das meist auch nicht gut aus) und schlug eine „geniale“ Flanke mit dem Außenrist. Das Ende vom Lied ist bekannt und auf der Bank tummelte sich fortan noch mehr Erfahrung.
Aber ich schweife ab. Maksimovic – Hamburgs bekanntester Ballklauer, verzückte die Fans mit einigen gelungen Diebstählen und 10er Bällchen, die man zuletzt im Jahre 1997 im Dress des HSV von einem gewissen Tibor N. gesehen hat. Wrobble – immer noch mit einem Grinsen unterwegs – schaute sich das kurz an und kloppte dann einen zentimetergenau getimten Ball in den Lauf von Balla Dasdarein. Der Torwart dachte kurz an eine heroische Rettungstat und wurde jäh aus seinen Träumen gerissen – ein traumhafter Start.
Das zweite Tor, ein Meisterwerk von RB10 und Ömer Karaman, war dann endgültig der Beweis: Technik verlernt man nicht, man lagert sie nur gelegentlich im Keller zwischen alten Stutzen und Erinnerungen. Ömer wurde wieder einmal hervorragend auf der linken Seite freigespielt und unser anatolischer Kugelblitz flankte den Ball in bester Karaman-Manier in die Mitte. Dort wartete RB10 und mit einem Abschluss, der irgendwo zwischen Playstation und Xbox lag durften wir ein zweites Mal jubeln.
Das Spiel plätscherte so vor sich hin und so konnte Sonderpädagoge Heiko mit dem Beamten Fredo in Ruhe die nächste Klassenkonferenz planen, während Schulle sich noch fragte, ob er das Gartentor zugemacht hatte.
Beim glanzvollen 2:0-Sieg zeigte die Mannschaft eine Mischung aus taktischer Raffinesse, nostalgischem Spielverständnis und der gelegentlichen Suche nach der eigenen Brille.
Defensiv stand man sicher – vor allem, weil sich niemand unnötig viel bewegte. Energiesparen ist schließlich auch eine Form von Spielintelligenz. Der Gegner versuchte zwar, Druck aufzubauen, scheiterte jedoch meist an der unerschütterlichen Ruhe und gelegentlichen Diskussionen über frühere Glanzzeiten.
Am Ende blieb ein verdienter 2:0-Sieg, ein paar müde Beine und die Gewissheit: Fußball ist keine Frage des Alters, sondern der richtigen Ausrede für die dritte Halbzeit.
Man freut sich schon auf das nächste Spiel – vorausgesetzt, alle finden rechtzeitig ihre Schuhe und Munzel taucht wieder mit den verschollenen Bällen auf.